Fediverse – die Föderation der vereinten Netzwerke

Die Meldung, dass der Milliardär Elon Musk das soziale Netzwerk Twitter für über 40 Milliarden Dollar kaufen wollte, löste eine große Diskussion über Monopolstellungen, Abhängigkeiten und Alternativen für eine offene Kommunikation im Netz aus. Auch für den Bildungsbereich ist dieser Diskurs sehr spannend und wichtig. Wie und wo kommunizieren wir mit unserer Zielgruppe und in wie weit begeben wir uns in Abhängigkeiten von großen Anbietern?

In diesem Kontext hat auch das Fediverse in letzter Zeit an Bedeutung und vor allem an Bekanntheit gewonnen, eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen “federation” und “universum”. Geneigten Kennern der Serie “Star Trek – Raumschiff Enterprise” fällt hier natürlich als erstes die Föderation der vereinten Planeten ein, ein Zusammenschluss unterschiedlicher Spezies mit dem gemeinsamen Ziel eines harmonischen und friedvollen Miteinanders. Und so ähnlich ist auch das Fediverse zu sehen: Ein Netzwerk voneinander unabhängiger freier Netzwerke, Blogging-Dienste und Austausch-Plattformen, die durch bestimmte Kommunikationsprotokolle miteinander verbunden sind, womit es ermöglicht wird, sich mit nur einem Account mit Nutzer*innen anderer Plattformen auszutauschen, ohne auch hier einen eigenen Zugang haben zu müssen.

Mastodon – eine Alternative zu Twitter

Eines der bekanntesten Beispiele aus dem Fediverse stellt die Twitter-Alternative Mastodon dar. Hierbei handelt es sich, wie bei den anderen Plattformen auch, um eine Open-Source-Anwendung, die dem Austausch und der Vernetzung dient. Im Gegensatz zu Twitter “gehört” Mastodon aber der Allgemeinheit. Die Software kann auf verschiedenen Servern installiert und betrieben werden, ein Austausch (tröten) mit Nutzer*innen auf anderen Instanzen ist problemlos möglich. Eine gute Einführung in das Thema ist im ebildungslabor von Nele Hirsch zu finden, unser Autor “trötet” unter: https://bildung.social/@Tobias_AH

Bedeutung für den Bildungsbereich

Interessant wird es nun sein, ob in dieser Aufwärtsbewegung der Open-Source Alternativen in gewisser Weise dem Plattformkapitalismus entgegengewirkt werden kann. Wir werden immer die Herausforderung haben, das wir als Kirche und Bildungsanbieter*in dort agieren und kommunizieren müssen, wo sich unsere Zielgruppe befindet. Diesen Diskurs führen wir ja schon längst bei der Frage nach geeigneten Messengerdiensten: Ich kann natürlich Threema und Signal verwenden, der Wirkungsgrad sinkt aber immens, wenn meine Zielgruppe bei WhatsApp bleibt. Dennoch kann dieser Schwung jetzt konstruktiv genutzt werden, um eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen. Ein Diskurs der zeigt, dass “alternativlos” ein sehr relativer Begriff ist und wir – sofern wir es wollen – in unserem eigenen Umfeld einen kleinen Beitrag zur Demokratisierung des Internets leisten können.

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